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„Was kostet ein Tattoo bei dir?" – die DM, die dich mehr kostet als den Kunden

10. September 2026 · 3 Min. Lesezeit#Preisgestaltung#Kundenkommunikation#Vorlagen
„Was kostet ein Tattoo bei dir?" – die DM, die dich mehr kostet als den Kunden

23:40 Uhr, die Insta-DM leuchtet: „Hey, was kostet ein Tattoo bei dir?" Kein Motiv, keine Größe, keine Stelle. Du weißt, wie es weitergeht: drei Rückfragen, zwei Tage Funkstille, und am Ende bucht die Person woanders oder gar nicht. Dabei meint der Kunde die Frage ernst. Er googelt sie sogar wörtlich: „Was für ein Tattoo bekommt man für 200 Euro?" Er denkt in Budget. Du rechnest in Stunden. Die Antwort kostet dich mehr Zeit, als der Kunde Geld ausgeben will.

Warum die Frage nicht dumm ist (nur falsch gestellt)

Ein Tattoo hat keinen Preis wie ein T-Shirt. Es hat einen Preis wie ein Umzug: Es kommt darauf an, was, wohin und wie viel. Der Kunde kennt sein Budget, du kennst deinen Stundensatz plus Material, und dazwischen fehlen genau die Angaben, mit denen sich das eine in das andere übersetzen lässt. In den Communities hört man gerade oft, dass viele Anfragen nur nach dem günstigsten Preis suchen. Stimmt manchmal. Aber wer nach dem Preis fragt, ohne zu sagen, was er will, ist meistens kein Schnäppchenjäger. Er weiß nur nicht, was du zum Rechnen brauchst.

Und das sind fünf Dinge: Motiv, Größe, Körperstelle, Farbe oder Schwarz-Grau, ein Referenzbild. Fünf Angaben, dann ein Preis. Fehlt eine davon, ist jede Zahl von dir eine Schätzung ins Blaue, und die hält der Kunde später für ein Versprechen.

Jura-Quickie: Dein Preis ist immer brutto

Wenn du einem Privatkunden einen Preis nennst, ist das rechtlich kein Plausch, sondern ein Angebot. Die Preisangabenverordnung verlangt von jedem, der Verbrauchern Leistungen anbietet oder mit Preisen wirbt, die Angabe des Gesamtpreises. Und Gesamtpreis heißt laut Verordnung: der Preis einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile. „450 plus Steuer" gibt es im Kundenchat also nicht. Bist du kein Kleinunternehmer mehr, stecken die 19 Prozent in deiner Zahl drin, nicht obendrauf. Wann die Kleinunternehmer-Grenze fällt, steht im Vollzeit-Artikel. Die Verordnung nennt das Prinzip Preisklarheit und Preiswahrheit. Für dich heißt es: Preis an Privatkunden = Gesamtpreis. IMMER.

Drei Antworten, die du nie wieder tippst (Kopieren erwünscht)

Platzhalter in eckigen Klammern ersetzen, als Schnellantwort speichern, fertig.

  • Erstantwort: wenn nur „Was kostet?" kommt.

Hey [Vorname], danke für deine Anfrage. Damit ich dir einen echten Preis nennen kann, brauche ich fünf Dinge: Motiv, Größe in cm, Körperstelle, Farbe oder Schwarz-Grau und ein Referenzbild. Kleine Motive starten bei mir ab [X €]. Sobald ich alles habe, bekommst du innerhalb von [zwei Tagen] ein Angebot.

Für dein [Motiv] auf [Stelle] rechne ich mit [drei bis vier] Stunden. Preis: [450 €], alles drin, da kommt nichts mehr drauf. Der Termin ist fest, sobald die Anzahlung von [100 €] bei mir ist. Das Angebot gilt bis [Datum].

Verstehe ich. Für [150 €] geht bei mir: [ein kleineres Motiv / Schwarz-Grau statt Farbe / eine einfachere Stelle]. Was nicht geht: dasselbe Motiv für weniger. Sag mir, welche Richtung dir lieber ist, dann bekommst du dafür ein Angebot.

Kurze Eigenwerbung 🤓: Bei TODA landet die Erstantwort gar nicht erst im Chat. Du hinterlegst in Insta und WhatsApp eine Auto-Antwort mit deinem Anfrage-Link, und dein Widget holt Körperstelle, zwei Fotos mit eingezeichneter Platzierung, Farbe oder Schwarz-Grau, Beschreibung und Referenzen ab. Du antwortest mit geschätzter Arbeitszeit und ca.-Preis, der Buchungslink geht automatisch mit raus. Und die Vorlagen von oben passen genau so in deine Schnellantworten.

Fazit

„Was kostet ein Tattoo?" ist keine Preisfrage. Es ist eine Anfrage, der noch alles fehlt. Wer darauf mit einer Zahl antwortet, verhandelt. Wer mit der Vorlage antwortet, sortiert: Die Ernsten liefern die fünf Angaben, die anderen verschwinden von allein. Der Preis steht dann da, wo er hingehört, nämlich im Angebot. So bleibt mehr Zeit für das, was wirklich zählt: Deine Kunst.